Fernablesungen werden Pflicht

Diese Pflicht ist im EED geregelt. Die Abkürzung kommt aus dem Englischen und heißt „Energy Efficiency Directive“. Im Deutschen spricht man von der novellierten

EU-Energieeffizienzrichtlinie (EED).

Die Änderungen für die Wohnungswirtschaft stellen sich wie folgt dar:

Ab 25.10. 2020 neu installierte Messgeräte für die Erfassung des Heizverbrauchs und des Warmwasserverbrauchs müssen grundsätzlich per Funkmesstechnik fernauslesbar sein. Damit sind Heizkostenverteiler, Wärmemengenzähler sowie Warmwasserzähler gemeint.

Ziel soll sein, dass Eigentümer und Mieter künftig häufiger und besser über ihren Energieverbrauch informiert werden, um auf diese Art und Weise bei Verbrauchern ein stärkeres Bewusstsein zum Energiesparen zu entwickeln. Deswegen wird es dann ab 01.01.2022 für Verbraucher möglich sein, sich monatlich über ihr Verbrauchsverhalten zu informieren.

Für aktuell eingebaute Geräte, die nicht fernauslesbar sind, besteht indes ein Bestandsschutz bis längstens zum 31.12.2026. Das heißt umgekehrt, dass diese Geräte im Bestand bis zu diesem Stichtag ausgebaut sein müssen. Ab 01.01.2027 muss dann in den Liegenschaften die fernauslesbare Technologie eingesetzt werden. Wenn aber beispielsweise Wasserzähler aufgrund bevorstehenden Auslaufs der Eichfrist früher getauscht werden müssen, so hat der Einbau der neuen fernauslesbaren Wasserzähler eben entsprechend früher vorgenommen zu werden.

Ausnahmen könnten in Betracht komme, wenn die an sich geforderten Umrüstungen technisch nicht machbar oder nicht kosteneffizient sind. Was hierunter zu verstehen sein soll, soll noch im Rahmen einer Novelle der Heizkostenverordnung (HKVO) bestimmt werden.

In diesem Kontext ist natürlich zu überlegen, ob auch die Kaltwasserwerte von außerhalb der Wohnungen ausgelesen und die Rauchwarnmelder, die in bestimmten Räumen einer Wohnung (z.B. Schlafzimmer) Pflicht sind, auf Fernablesung umgerüstet werden sollen. Dann muss kein Servicemitarbeiter einer Messdienstleisterfirma mehr in eine Wohnung, um Verbrauchsdaten für die Jahresabrechnung zu ermitteln oder um zu prüfen, ob die Rauchwarnmelder funktionsfähig sind. Die Überprüfung der RWM hat einmal im Jahr zu erfolgen. Auch Zwischenablesungen bei unterjährigen Nutzerwechseln entfallen und damit auch das häufige Streitpotential um Schätzwerte.

Die Wohnung muss nur noch betreten werden, wenn etwaig ein defektes Messgerät auszutauschen ist oder ein Austausch im Zuge von einzuhaltenden Eichfristen in Bezug auf die Wasserzähler ansteht.

Die Mehrkosten für die bessere Technologie werden bei vielen Anbietern – das sind die Messdienstleister – durch geringere Servicegebühren für die Erstellung der jährlichen Heizkostenabrechnung ausgeglichen.

Durch einen Mietvertrag über die Messgeräte ist der rechtzeitige, d.h. fristgerechte Austausch gemäß Eichverordnung gewährleistet. Der Austausch defekter Geräte ist im jährlich zu entrichtenden Mietzins ebenfalls enthalten. Einige Kosten sind im Sinne der Betriebskostenverordnung auf den Mieter umlegbar, sofern der Mietvertrag entsprechend gestaltet ist.

Die Angebote über Kauf oder Miete der Messgeräte - wie vorgeschrieben mit Fernablesung - erhalten Sie von einem Messdienstunternehmen.

Für Eigentümergemeinschaften gilt, dass die Handhabung im Einzelnen durch die Eigentümer beschlossen wird. Es zeichnet einen guten WEG-Verwalter aus, wenn er die die Gesamtthematik ordentlich mit alternativen Vorgehensweisen und allen Kosten ausgearbeitet hat, sodass die Eigentümer eine klare Grundlage für ihre Entscheidungen bzw. ihre Beschlüsse in ihrer Eigentümerversammlung haben.

Unsere Firma hält selbstverständlich alle einzuhaltenden Normen, Verordnungen und Gesetze ein, die in den letzten Jahren vielfach aus der EU-Harmonisierung entstanden sind.

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